
Obwohl Toskana der offizielle Titel dieses "Familienausfluges" war,
befanden wir, also Mum, ihr Freund O und ich, uns nicht wirklich in der Toskana,
sondern am Randgebiet bei S.Sofia.
Nach einer ganzes Tagesreise, gelangten wir zu dem Haus das wir uns,
um viel Geld, gemietet hatten.
Man wird sich fragen: Warum Tagesreise? So lange kann das ja nun auch wieder nicht dauern.
Kann es schon, wenn die Italienischen Autobahnen nicht organisiert sind.
Immerhin bezahlt man für verschiedene Strecken und dafür muss man an Automaten vorbeifahren um zu zahlen.
Schön blöd wenn es zu viele Autos für zu wenig Automaten gibt, da steht man halt schon mal ne Stunde am selben Fleck
und beobachtet den selben Mercedes mit Italienischem Kennzeichen und asiatischer Familie
und kommuniziert mit Innsbrucker Jugendlichen in einem schwarzen Mitsubishi...während die "Alten" schlafen.
Man kommt also gegen 2030 bei diesem Haus an, von außen wunderschön nur weit und breit kein Vermieter mit Schlüsseln.
Man ruft an (zum zweiten Mal) und bekommt mitgeteilt, dass er gerade isst und es noch 20 Minuten dauert bis er kommt.
Er ist da, und das erste was man erfährt...die Poolpumpe funktioniert nicht, aber keine Sorge wir müssen dem Techniker halt am nächsten Tag um 0800 aufsperren.
Weiters findet man heraus, dass es keine Handtücher, kein Klopapier und nicht mal einen Kaffee fürs Frühstück gibt.
Nicht falsch verstehen, wir haben schon kapiert dass wenn wir ein Haus mieten, wir nicht verköstigt werden, aber ist es zu viel verlangt einen kleinen Korb hinzustellen,
wenn der Vermieter weiß, dass man am Sonntag kommt und nichts zum Essen mithat für Montag...Anscheinend schon.
Ich nahm es gelassen, meinte ich fahre halt ins Dorf runter (12 Fahrminuten entfernt) und kaufe in der Früh etwas,
nahm meine Tasche suchte mir ein Zimmer aus und begann auszupacken.
Die anderen Anwesenden folgten meinem Beispiel und schon ging es los:
ein Kasten kaputt, Bettwäsche musste im ganzen Haus zusammengesucht werden, Lampenschirme kaputt, Türschnallen brauchen Öl.
Da allen der Magen knurrte fuhr also eine mehr als grantige "Familie" ins Dorf um Pizza zu essen...die einfach nur Fett war und sonst nichts.
Zu Hause ging ich ins Bett und bis zum nächsten Morgen bekam ich nichts mehr mit.
Am Montag kam tatsächlich der Techniker und um eine lange Story zu kürzen, es dauerte eine Woche mit viel hin und her bis die Pumpe funktioniert hat.
Die Tage sahen im Endeffekt folgendermaßen aus (außer es wurden Ausflüge gemacht):
Frühstücken und da Mum ein sehr launischer Mensch ist und O nach 2 Jahren immer noch nicht weiß wie er mit ihr in der Früh umgehen "muss",
gab es natürlich immer streit.
Nun sollte man noch wissen, dass ich ein Einzelkind bin, dass von meiner Mum allein erzogen wurde,
ich bin es also nicht gewonnt auf "Familie" zu machen, und ich bin ein sehr, naja nicht emotional, aber wenn ich mal sauer bin, na aber hallo (die Medizinerin kann das bestätigen)
Das führte dazu, dass ich mich zurückzog (entweder Pool oder mein Zimmer)-so habe ich in der Toskana einen leichten Sonnenbrand gehabt, fast 4 Bücher ausgelesen und einiges für die Uni gemacht.
Nun zu den Ausflügen.
Man stelle sich nun vor, ein zweimäderlhaus mit einem älteren Mann...drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Er braucht für alles Stunden (so kommt es den zwei Frauen vor), die ältere Dame macht soeben ihr Kunstgeschichtsstudium fertig und die jüngere Dame studiert Archäologie und ist glücklich wenn man sie nicht wegen jedem scheiß fragt, was sie davon hält.
Hauptziele waren:
Florenz: der Dom hat nun alle in Staunen versetzt, und ich fand die Menge an Kultur genau richtig, meiner Mutter war es natürlich zu wenig und dementsprechend war sie bei der nachhausefahrt angefressen.
Stia: ist eine Art Orientierungspunkt für uns gewesen, hier sahen wir die WM der Schmiedekunst, das fand ich nun wirklich cool und haben eine Uhr (so richtig kitschig) für die Küche gekauft.
Pratovecchio: diesen Ausflug haben Mum und ich alleine gemacht und ihn fand ich auch am Besten. Wir fuhren zu ein paar netten Kirchen und Burgen in der Toskana, traumhaft.
La Verna: Kloster des hl. Franziskus. Während die restliche Toskana touristische gesehen nicht auf dem neuesten stand ist, haben die Mönche es bei diesem Wallfahrtsort, einfach nur übertrieben.
Poppi: wunderschöne kleine "Stadt" (man dreht sich zweimal im Kreis und ist am Ausgangspunkt) mit einer Burg die für Schulklassen hergerichtet wurde.
Am vorletzten Tag (Freitag) waren alle Ausflüge und das schlechte Wetter (seit Montag der zweiten Woche) überstanden und
am Sonntag kamen wir übermüdet aber heilfroh in Wien an.